Aus dem HIRTENBRIEF DES HEILIGEN VATERS

BENEDIKT XVI.

AN DIE KATHOLIKEN IN IRLAND

19.3.2010
14. Ich möchte Euch nun auch einige konkrete Initiativen zum Umgang mit dieser Situation vorschlagen.
Am Ende meiner Begegnung mit den irischen Bischöfen habe ich darum gebeten, dass diese Fastenzeit für das Gebet um die Ausgießung der Barmherzigkeit Gottes und der Geistesgaben der Heiligkeit und Stärke über die Kirche in Eurem Land genutzt wird. Ich lade Euch alle ein, dass dies für die Dauer eines Jahres, von jetzt bis Ostern 2011, die Intention Eurer Freitagsopfer sei. Ich bitte Euch, Euer Fasten, Euer Gebet, Eure Schriftlesung und Eure Werke der Barmherzigkeit dafür aufzuopfern, dass Ihr die Gnade der Heilung und der Erneuerung für die Kirche in Irland erlangt. Ich ermutige Euch, das Sakrament der Versöhnung für Euch neu zu entdecken und häufiger die verwandelnde Kraft seiner Gnade zu nutzen.
Besonderes Augenmerk sollte auch auf die eucharistische Anbetung gelegt werden, und in jeder Diözese sollte es Kirchen oder Kapellen geben, die dafür zur Verfügung stehen. Ich bitte die Pfarreien, Seminare, Ordenshäuser und Klöster, Zeiten eucharistischer Anbetung zu organisieren, so daß alle daran teilnehmen können. Durch intensives Gebet vor dem wahrhaft gegenwärtigen Herrn könnt Ihr Wiedergutmachung leisten für die Sünden des Mißbrauchs, die so viel Schaden angerichtet haben. Gleichzeitig könnt Ihr so die Gnade neuer Stärke und ein tieferes Sendungsbewußtsein aller Bischöfe, Priester, Ordensleute und Gläubigen erflehen.
Ich bin zuversichtlich, daß diese Initiativen zu einer Neugeburt der Kirche in Irland in der Fülle von Gottes Wahrheit führen werden, denn es ist die Wahrheit, die uns frei macht (vgl. Joh 8,32).

 

Was ist die Aktion Ninive?

Die Aktion Ninive greift den Aufruf des Heiligen Vaters vom 19. März 2010 an die Katholiken Irlands zur Anbetung, zum Fasten und Beichten für die Dauer von einem Jahr zur Erneuerung der Kirche auf.In diesem Brief empfiehlt der Pontifex den irischen Katholiken, wegen der Missbrauchsfälle für ein Jahr die Freitagsopfer für die Heiligung und Stärkung der Kirche aufzuopfern, häufiger die verwandelnde Kraft des Sakraments der Versöhnung zu nutzen und besonders die eucharistische Anbetung zu pflegen.Karl Kardinal Lehmann sagte gegenüber der KNA (Katholische Nachrichtenagentur) am 13. April 2010, wenn der Papst als Oberhirte der ganzen Kirche etwas erkläre, dann spreche er immer zu allen. Das Nötigste habe er in dem Brief an die Kirche in Irland gesagt und „Was sollte er uns in Deutschland anderes sagen?“ – Somit gilt der Brief an die Iren für alle betroffenen Länder.

Wie können Sie an der Aktion teilnehmen?

  • Jeweils am Herz-Jesu-Freitag eines Monats, also in der Regel am 1. Freitag des Monats, besuchen Sie möglichst vor Ort eine Kirche, eine Kapelle, ein Kloster, wo die eucharistische Anbetung angeboten wird und schließen sich dem Gebet an. Wo das nicht möglich ist, besuchen Sie eine Kirche und beten vor dem Tabernakel für die Erneuerung der Kirche. Manche haben auch die Möglichkeit, Gebetssendungen auf katholischen Radio- und Fernsehsendern zu verfolgen. - Außerdem denken Sie insbesondere am Herz-Jesu-Freitag an Ihr Freitagsopfer. Das kann der Verzicht auf Fleischspeisen sein oder der freiwillige Verzicht auf eine andere Annehmlichkeit.
  • Bemühen Sie sich, in dem „Ninive-Jahr“ monatlich das heilige Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Wer die Möglichkeit hat, sollte die eucharistische Anbetung und das Freitagsopfer entsprechend dem Wunsch des Heiligen Vaters möglichst jeden Freitag pflegen.
  • An den übrigen Tagen des „Ninive-Jahres“ können Sie in dem Anliegen der Erneuerung der Kirche täglich das Gesätz des Rosenkranzes beten: „Der für uns gekreuzigt worden ist.“

Die Geschichte von der großen Stadt Ninive in der Heiligen Schrift:

Im Buch Jona im Alten Testament wird erzählt, wie der Prophet Jona in die große Stadt Ninive gesandt wird, um ihr ein Strafgericht anzudrohen, da die Kunde von ihrer Schlechtigkeit bis zu Gott hinaufgedrungen ist. - Nachdem Jona zuerst seinem Auftrag entfliehen wollte, erlitt er Schiffbruch und landete im Bauch eines Fisches. Als Jona sich besann, seinen Auftrag doch auszuführen, wurde er vom Fisch an Land gespieen. Er ging nach Ninive und drohte der Stadt wegen ihrer Schlechtigkeit
ein Strafgericht an.
Die Leute von Ninive glaubten Gott, riefen ein Fasten aus und zogen Bußgewänder an. Als die Nachricht davon den König von Ninive erreichte, stand er auf, legte seinen Königsmantel ab, hüllte sich in ein Bußgewand und setzte sich in die Asche. Er ließ in Ninive ausrufen: Befehl des Königs und seiner Großen: Alle Menschen ... sollen nichts essen, ... und kein Wasser trinken. Sie sollen sich in Bußgewänder hüllen. Sie sollen laut zu Gott rufen, und jeder soll umkehren und sich von seinen bösen Taten abwenden und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt. - Gott sah ihr Verhalten, dass sie sich umkehrten und von ihren bösen Taten abwandten. Da führte Gott die Drohung nicht aus.
Im Neuen Testament verweist Jesus Christus im Evangelium nach Matthäus, Kapitel 12, Vers 41, und im Evangelium nach Lukas, Kapitel 11, Verse 29 bis 32 ,auf dieses Beispiel.
Übertragen auf das Jahr 2010 hat der Heilige Vater, der Stellvertreter Christi, die Rolle des Jona und ist somit ein Zeichen für das heutige Ninive, also für die Städte und Regionen, wo die Gesellschaft und auch die Kirche, das Volk Gottes, durch ihre Sünde entstellt werden.

Angebot der Pfarrei St. Johann Baptist, Neu-Ulm

Jeden Herz-Jesu-Freitag:  

Anbetung 8:15 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten in der Krypta der Pfarrkiche anschließend Anbetung bis 21:00 Uhr ab 20.45 Uhr Komplet mit Einsetzung, Beichtgelegenheit 19:00 - 20:00 Uhr (kann sich verschieben)