Das war`s!

Das war`s! Aus in der Vorrunde. Das war`s mit den Träumen von WM-Lorbeeren.Das war`s!

Wir sagen das erleichtert, wenn die Prüfung hinter uns liegt, wenn das Gespräch mit dem Vorgesetzten, das uns im Magen gelegen hat, gut gelaufen ist. Das war`s, sagen wir erleichtert, wenn etwas geschafft ist, etwas Unangenehmes, etwas Belastendes hinter uns liegt.

Der Ausruf, „das war`s“, klingt freilich oft resignativ und da geht es dann um mehr als um geplatzte WM-Träume. Ganz unterschiedliche Beispiele aus den letzten Wochen:

Das war`s: Meine befristete Arbeitsstelle wird nicht entfristet, ich muss gehen; Das war`s, die Kolleginnen und Kollegen haben mich als Betriebsrat abgewählt; Das war`s, in einem schlimm endgültigen Sinne, unser Sohn hatte einen tödlichen Arbeitsunfall; Das war`s, mein geliebter Partner ist gestorben; Das war`s mit dem Leben, ich weiß gar nicht, was ich den ganzen Tag machen soll, wenn jetzt die Rente kommt; Das war`s, die Beziehung ist nicht mehr zu retten, wir trennen uns; Das war`s, bei der Diagnose habe ich nicht mehr lang zu leben; Das war`s mit unserem geschrumpften, überalterten Ortsverband der KAB (Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung).

Das war`s, so oder ähnlich haben wir schon geseufzt, gedacht, mal erleichtert, mal resignativ.

Haben wir auch schon erlebt, wie ein enttäuschtes, resigniertes „Das war`s!“ sich von einem Ausruf in die Frage „war`s das?“, „war`s das wirklich?“ gewandelt hat? Wie aus der ursprünglichen Resignation Mut, Wut, Lebensenergie, Engagement, Aufbrüche gewachsen sind? Habe ich „Geh-Hilfen“ bei meinen Schritten aus der Resignation bekommen, Partnerin oder Partner, Freunde, Kolleginnen und Kollegen, mir bislang unbekannte Menschen, die Familie, eine Gemeinschaft, ein Buch? Durfte ich Gott, dem ich meine Not geklagt, ja den ich angeklagt habe, als „Geh-Hilfe“ erfahren, weil er zu mir nie „das war`s“ sagt, sondern mir in jeder Phase Leben ermöglichen will?

Es gibt keine Garantie, dass aus Resignation neuer Lebensmut wächst, dass ich Geh-Hilfen bekomme und annehmen kann. Mitunter scheint es gar nicht zu gelingen, mitunter dauert es quälend lang. Warum das so ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich versuchen will, persönlich wie in Gemeinschaft (Familie, Arbeitskollegen, Freundeskreis, Verband, Kirchengemeinde, Gewerkschaft, …) Menschen in solchen Situationen nicht zu meiden, weil ich Angst vor deren Not und meiner Sprachlosigkeit habe, mit ihnen in Kontakt zu bleiben und sie nicht zuletzt ins Gebet zu nehmen.

Wie entspannt kann ich dagegen verfolgen, ob Jogi Löw sagt, „das war`s!“ - und geht oder eben nicht.  

Thomas Hoffmann

Betriebsseelsorger

 

 

 

 

 

  

 

 

 

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